Wer ist in den 90ern nicht hängen geblieben – an der schräg-komischen Serie „Eine schrecklich nette Familie“?! In pappiger Wandkulisse und mit albernen Klatsch-Einspielern handelte die Sitcom vom skurrilen Leben der Familie des Schuhverkäufers Al Bundy. Christina Applegate spielte sich in dieser Kult-Reihe zum gefragten Star hoch. Als Tochter des Hauses mischte sie witzig mit, im spießigen Haushalt der vierköpfigen Family. Ihre Rolle in „Eine schrecklich nette Familie“ war der Auftakt in ein preisprämiertes amerikanisches Schauspielerleben, doch irgendwann wurde es still um Applegate.
Nicht ohne Grund, denn die US-Amerikanerin, die sich wegen Brustkrebs bereits beide Brüste entfernen ließ, ist schwer an Multipler Sklerose erkrankt. Was für andere selbstverständlich ist – morgens ins Auto steigen und das eigene Kind zur Schule fahren – ist für die 54-Jährige mittlerweile ein Kraftakt. Den Großteil des Tages muss die einstige Kelly-Darstellerin im Bett verbringen.
Christina Applegate ist unheilbar erkrankt
Die Diagnose Multiple Sklerose hat Applegates Alltag dramatisch gewandelt. Die ersten Anzeichen wirkten harmlos. Ein Sturz, ein seltsames Kribbeln in den Zehen…Doch plötzlich war nichts mehr wie zuvor – die Schauspielerin musste zu Dreharbeiten im Rollstuhl gefahren werden.
Multiple Sklerose ist eine unheilbare Erkrankung des Nervensystems, die die einst so agile Schauspielerin dazu zwingt, viel Zeit im Bett zu verbringen. In diesem veränderten Alltag lässt sich die Mutter einer 15jährigen Tochter jedoch eines nicht nehmen: Ihr Kind ab und an zur Schule zu fahren.
Fahrt zur Schule ein wertvolles Zeitfenster
Diese private Information machte sie jetzt gegenüber dem PEOPLE-Magazin öffentlich, hierzulande berichtete spiegel.de darüber. Zitat:
„Ich möchte sie fahren. Das ist die einzige Zeit, die wir allein miteinander verbringen“
Für Applegate ist jene halbe Stunde im Auto nach eigener Aussage ein Stück Normalität. Ein Moment, in dem sie nicht Patientin ist – sondern einfach nur eine Mama, die wertvolle Zeit mit ihrer Tochter verbringt.
Christina Applegate wuchs in schwierigen Verhältnissen auf
Sie selbst hatte als Kind nicht die Geborgenheit, die ihre Tochter bei ihr hat. In ihrer Autobiografie You With The Sad Eyes blickt sie schonungslos zurück: Auf eine schwierige Kindheit mit einer heroinabhängigen Mutter, auf Erfahrungen mit Missbrauch, auf ihre Brustkrebs-Diagnose – und beleuchtet nun ihr aktuelles Leben mit Multipler Sklerose.
Der perfekte Hollywood-Hochglanz ist also wieder einmal eine Fehlanzeige. Wie so oft. Denn auch Stars sind nur Menschen und somit – wie Applegate – dankbar für die kleinen Augenblicke in einer schwierigen Phase. Und wenn es eben manchmal nur eine Autofahrt zur Schule ist.
Quelle: spiegel.de vom 26.02.26
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