Das nennt man wohlkalkuliert: Nachdem bekannt wurde, dass Skandal-Musiker Gil Ofarim in das Trash-Format „Dschungelcamp“ zieht, laufen die ersten Schlagzeilen im Z-Promi-Sektor heiß. Vordergründig geht es um Dschungelcamp-Teilnehmer (die sowieso kaum einer kennt), die sich über die Teilnahme Ofarims öffentlich aufregen. Was besseres kann einem Fernsehformat natürlich gar nicht passieren und selbstverständlich ist so ein mediales Bohei knallhart geplant und durchdacht. Wahrscheinlich wird nun alle paar Tage bis zum Beginn der fragwürdigen Show ein anderer Teilnehmer gegen Ofarim keilen. Ein PR-Schachzug vom Feinsten.
Was will Ofarim der Öffentlichkeit sagen?
Doch stellt sich neben diesem ganzen überflüssigen und sinnfreien Getöse auch die Frage, wie abgebrüht Ofarim selbst eigentlich ist? Dass er für sich einen Weg in seinen Alltag zurück sucht, ist ja noch nachvollziehbar, aber warum begibt er sich ins Dschungelcamp? In eine Show, in der die Kameras unaufhörlich draufhalten. Was will er dort kundtun? Wie will er sich darstellen? Als reuegeplagt und geläutert? Oder mit weiteren halbseidenen oder vielleicht sogar unwahren Aussagen aufwartend? Verspricht er sich PR für seinen zukünftigen beruflichen Weg oder ist er einfach nur instinktlos? Wahrscheinlich beides. Und genau das dürfte viele zum Kopfschütteln bringen!
Dass eine Person, die eine ungeheuerliche Lüge in die Welt gesetzt und einen unbescholtenen Mitarbeiter eines Hotels auf ganzer Linie verleumdet hat, einfach so an einem Fernsehformat teilnimmt, als wäre nichts geschehen. Hier ist das Unverständnis selbstredend nicht nur in Z-Promi-Kreisen der Dschungelcamp-Blase groß.
Auch Otto Normalo von nebenan wird sich fragen, warum sich so ein dreister Lügner nicht einfach zurückzieht und sich einer nichtöffentlichen Tätigkeit zuwendet? Schon aus Respekt vor jenen, die er verleumdete und unlauter machte (immerhin das gesamte Team des Leipziger WESTIN-Hotels).
Erwartet er tatsächlich ein Publikum?
Glaubt Gil Ofarim, der ja schon vor dem von ihm inszenierten Skandal nicht wirklich ein bekannter Künstler war, dass er je wieder ein Publikum findet? Wer bitte will einem Menschen zuhören, der eine derartig infame Lüge in die Welt gesetzt und Unheil über Unbescholtene gebracht hat? Zumal in der aktuellen politischen Situation in Deutschland? Wohl kaum einer. Wenn doch, dann können das nur hartgesottene Fans oder/und Bekannte des Musikers sein.
Zudem ahnt man, wie dieser Lügenbaron sich im Dschungelcamp inszenieren wird: Feuchte Augen, Heulerei und Verdrehung der Tatsachen werden wohl im Gepäck sein. Womöglich wird er sich mit sinnfreiem Geplapper reinwaschen oder/und sich gar als Opfer darstellen wollen. Schlechte Kindheit, Depressionen oder Alkohol – irgend sowas wird es wohl sein, womit er die Aufmerksamkeit eines Millionenpublikums suchen wird. Reue, Sensibilität für die Umstände und ein Bewusstsein darüber, was er überhaupt angerichtet hat, wird garantiert keine Rolle spielen.
Selbstinszenierung, die abstößt
Man ahnt auch, warum dieser Mann ins Dschungelcamp geht: Geld. Schlicht und allein der schnöde Mammon dürfte ein Grund für die Teilnahme Ofarims, der laut Medienberichten Mühe hatte, die Geldstrafe aus seinem Gerichtsprozess zu zahlen, sein. Wenn diese Intention obendrein mit unangebrachter Selbstinszenierung gepaart ist, dann ist das vor allem eines: Abstoßend!
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