Dienstag, 31. Januar, 2023

Neueste Beiträge

Die Sache mit dem Adventskalender – Kolumne aus der Chefredaktion

Der gute alte Adventskalender – er soll Kindern die Tage bis zum großen Fest etwas erträglicher gestalten. Das jedenfalls hatten die Erfinder im Sinn, als sie dieses sinnvolle Teil vor vielen, vielen Jahren erfanden. Woran sie wahrscheinlich im Leben nie geglaubt hätten, ist, dass der Kalender dereinst nicht nur jeden finanziellen, sondern auch sämtlichen “Umfangs”-Rahmen sprengen wird.

Verbargen sich einst bunte Weihnachtsmotive hinter den 24 Türchen, lauert heute von Playmobil bis Mickey Mouse fast alles hinter den Türen von Adventskalendern, was sich vermarkten lässt. Von dieser schönen Weihnachtstradition ist deshalb – im Gegensatz zu anderen Bräuchen – nicht mehr viel übrig.

Adventskalender heute: Vermarktung ist Trumpf

“Vermarkten”: Ein gutes Stichwort. Denn mittlerweile wird der Adventskalender gefühlt überall vermarktet. Der prall gefüllte, teure, große…versteht sich. Er steht aufgetürmt mit anderen Exemplaren im Weg, wenn man im Supermarkt seine Einkäufe erledigen will, er wird im Netz inflationär beworben und lacht einen auch an, wenn man die Geschäfte der Stadt durchstreift. Mittlerweile gibt es ja in der Parfümerie ebenso Adventskalender wie im Bioladen.

Und weil das so ist, hat sich die Unsitte eingebürgert, dass viele Kinder von dem Exemplar Schlag 1. Dezember nicht nur eins dastehen haben, sondern mehrere. Je nach Umfang der Verwandtschaft und Bekanntschaft der Eltern kommen häufig etliche Adventskalender zusammen, so dass die Bude voller dieser Teile steht.

So auch bei uns. Tante Kati brachte ebenso einen vorbei wie Oma und die nette Nachbarin. Alle prall gefüllt mit Süßigkeiten, ein Ursprungs-Adventskalender mit “nur Bildern” war nicht dabei.

Vier Adventskalender sind drei zuviel

Ich muss sicher nicht dazu sagen, dass auch wir einen Adventskalender für den Nachwuchs gekauft haben?! Also tummelten sich vier davon nun in unserem weihnachtlich geschmückten Zuhause. Und das Kind weiß morgens gar nicht, welchen es zuerst öffnen soll!

Kurzum: Das alles ist zu viel des Guten – viel zu viel!

Und ich habe mir fest vorgenommen, im nächsten Jahr in diesem Zusammenhang Abhilfe zu schaffen. Nicht zuletzt, um den Nachwuchs nicht zur super-verwöhnten Rotzgöre zu machen. Und einen Plan, wie ich das den gutmeinenden Schenkerinnen verklickere, habe ich auch schon. Dieser Plan heißt: Ehrlichkeit!

Das Teil wird nur einmal gekauft – von Mama oder Papa!

Ich werde im Verwandten- und Bekanntenkreis zum nächsten Fest kundtun, dass ich für das Kind einen Adventskalender kaufe. Und nur ich!

Das mag vielleicht irritierend klingen, ist aber wohl der beste Weg, um dem Adventskalender-Irrsinn Einhalt zu gebieten.

Und dass diese spezielle Wartezeit-Verkürzung bis zum heiligen Abend eben alljährlich NUR von den Eltern kommt, ist kein Beinbruch. Sondern schlichtweg konsequent.

Bild: stock.adobe.com / cmfotoworks
"

Latest Posts

Nicht verpassen!