Christian Fülling

Christian Fülling (im Bild) ist ein echtes Multitalent: Coach, Künstler, BWL`er und Autor. Dass er beruflich so vieles ausprobiert hat, sieht er total positiv und pragmatisch. Tun sich doch mit diesem Wissen die vielfältigsten Wege auf. Und so beschritt der Wahlberliner irgendwann auch einmal den Weg des geschriebenen Wortes, veröffentlichte einen spirituellen Ratgeber und ein Selbsthilfebuch in dem es um bewusst praktiziertes, positives Denken geht.

Das Schreiben, das der ausgebildete Schauspieler schon in seiner Kindheit für sich entdeckte, hat ihn dann auch nicht mehr losgelassen. Das neuste Werk von Christian Fülling heißt „Traumgleiter“ und ist eine Mischung aus Mystery- und Serienkiller-Thriller. Das Buch enthält zudem Anklänge aus den Bereichen Metaphysik und Parapsychologie – beides Interessensgebiete des Autors.

Zu dieser spannenden Lektüre haben wir Christian Fülling interviewt.

FB: Christian, so ganz neu ist das Terrain des Schreibens für Dich ja nicht. Seit wann bringst Du Deine Gedanken zu Papier und wann entwickelte sich diese Leidenschaft?

A: In meiner frühen Kindheit entdeckte ich bereits meine Leidenschaft für das Schreiben, es sollte allerdings noch viele Jahre dauern, dieser Leidenschaft Ausdruck zu verleihen. Ich habe einen sogenannten Patchwork-Lebenslauf, das heißt, ich habe mehr als einen Beruf gelernt und übe diese auch aus. Als ich 2001 eine Schauspielausbildung in New York abgeschlossen hatte, entstanden meine ersten Theaterstücke, die ich auch teilweise selbstständig in New York und Berlin auf die Bühne gebracht habe.     

Idee zu einem Roman entstand schon in der Kindheit

FB: Bislang hast Du zwei Bücher zu spirituell-psychologischen Themen veröffentlicht. Nun hast Du ein Roman zu einem ganz anderen Thema geschrieben. Wie kam es dazu?   

A: Die Idee, einen Roman zu schreiben entstand, wie gesagt, in meiner Kindheit. Seit jeher interessiere ich mich für die Mysterien des Lebens und für die tiefenpsychologischen Zusammenhänge menschlichen Verhaltens. Ich habe mich auch schon immer für metaphysische und parapsychologische Themen interessiert. Ja, es stimmt, ich habe einen spirituellen Ratgeber und ein Selbsthilfebuch veröffentlicht, in denen das bewusst praktizierte positive Denken thematisiert wird. Der Roman ist so gesehen kein ganz anderes Thema, da ich mein psychologisches und parapsychologisches Wissen in die Geschichte mit einfließen lasse.

FB: Worum geht es in Deinem aktuellen Werk? 

A: „Traumgleiter“ ist eine Mischung aus Mystery- und Serienkiller-Thriller. Mystery, weil der Protagonist – ein erfolgreicher Psychotherapeut und renommierter Traumexperte – hellsichtig ist. Er arbeitet nebenberuflich bei der Berliner Mordkommission als Profiler. Serienkillerthriller, weil auch der Antagonist – ein psychisch schwer kranker Serienmörder – über außersinnliche Kräfte verfügt. Darüber hinaus spielen unsere nächtlichen Träume eine wesentliche Rolle, da beide Akteure telepathisch bis in ihre Träume miteinander verbunden sind, es aber anfänglich nicht zu deuten wissen. Das nennt man geteilte Träume. Diese telepathische Verbindung wird in dem Moment aktiviert, als der Protagonist – Martin Borchardt – sich mit den Morden auseinandersetzt. Des Weiteren gehe ich sehr detailliert auf die Psychologie des Bösewichts ein, indem ich seine Leidens- und Lebensgeschichte schonungslos aufarbeite. Der Fokus liegt auf der seelischen Entwicklung der Hauptfiguren und einem möglichst authentischen Szenario.     

FB: Der Titel „Traumgleiter“ leitet sich aus einer bestimmten Definition ab. Was steckt dahinter?

Buchcover

Das Buchcover.

A: Luzides Träumen, in Wissenschaftskreisen auch Klarträumen genannt, spielt bei der Fahndung eine wesentliche Rolle. Um an Indizien zu kommen, lässt sich Martin Borchardt auf das Unterfangen ein, mithilfe des luziden Träumens ins Unterbewusstsein des Mörders einzudringen. Dabei stößt er auch auf die sogenannten „Traumgleiter“. Zu definieren, was dahinter steckt, würde an dieser Stelle zu viel preisgeben. Aber soviel sei gesagt: es ist ein fiktiver Begriff. 

FB: Kannst Du unseren Leserinnen kurz erklären, was man unter Klarträumen versteht?

A: Ja, sehr gerne. Ich bin auch Heilpraktiker für Psychotherapie und unter anderem in der therapeutischen Traumarbeit und -deutung ausgebildet. Es gibt verschiedene Arten Träume, auf die ich in dem Buch auch vereinzelt eingehe. Klarträumen ist das wissenschaftlich erforschte Phänomen, dass sich ein Träumer während der Traumphase bewusst ist, dass er träumt.

Klarträumer können ihre Traumlandschaft willentlich beeinflussen

Klarträumer können ihre Traumlandschaft willentlich beeinflussen und sich in ihr bewusst hin und her bewegen. Das ist ein sehr spannendes Thema, das uns einmal mehr vor Augen führt, dass wir Menschen zu weitaus mehr in der Lage sind, als wir glauben.   

FB: Dein Buch hat sowohl in der Wissenschaft als auch im Thriller-Genre Anklänge. Welchem Lesertyp würdest Du diese kreative Mischung ans Herz legen?   

A: Das stimmt. Dieses Buch richtet sich an alle, die im Psychothriller-Genre zuhause sind und einen Hang zum Übersinnlichen beziehungsweise zu außersinnlichen Phänomenen haben. In erster Linie ist „Traumgleiter“ ein Thriller. Da sich die Geschichte unter anderem detailliert mit der psychologischen Leidensgeschichte des Bösewichts auseinandersetzt, ist sie streckenweise auch brutal. Ich habe mich vor der Entstehung des Buches mit real existierenden Serienmördern und deren Lebensläufen auseinandergesetzt. Da tun sich Abgründe auf, die man als Normalsterblicher nicht ansatzweise für möglich hält. Für mich war es wichtig, ein möglichst reales Szenario zu entwickeln, was mir auch gut gelungen ist.

Reale Fakten sollten stets mit einfließen

Ein befreundeter forensischer Psychiater bestätigt das zumindest. Um eine möglichst authentische Geschichte zu kreieren, ist es immer ratsam, wissenschaftliche oder reale Fakten mit einfließen zu lassen. Das tue ich in dem Buch immer wieder, seien es psychologische, psychiatrische oder parapsychologische Fakten oder wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Traumforschung. 

FB: Das Buch ist als Trilogie gedacht. Erzähl doch einmal mehr darüber! 

A: „Traumgleiter“ ist eine in sich geschlossene Handlung. Nichtsdestotrotz besitzt die Geschichte das Potential für eine Serie. Hinter meinem Verlag „twentysix“ steht die Verlagsgruppe Random House aus dem Hause Bertelsmann. „Traumgleiter“ ist in Eigenregie entstanden. Eine Fortsetzung oder einen anderen Roman wird es nur geben, wenn es mit Random House oder einem anderen Verlag zu einem entsprechenden Vertrag kommt.   

FB: Neben dem Schreiben widmest Du Dich dem positiven Denken und hast Dir hier als Coach und Autor bereits einen Namen gemacht. Wirst Du auf diesem Gebiet weiter aktiv sein oder Dich zukünftig eher der Schriftstellerei widmen?

A: Ich werde auf diesem Gebiet unbedingt weiter aktiv sein. Wie gesagt, ich habe einen sogenannten Patchwork-Lebenslauf. Das hat seine Vor- und Nachteile. Meine Lebensaufgabe besteht darin, meine vielen Talente unter einen Hut zu bringen. Wenn ich als studierter Betriebswirt und Vertriebsprofi nicht in einer Festanstellung bin, bin ich in der Regel selbstständig. Aktuell praktiziere ich nicht mehr in eigener Praxis, habe aber Zugang zu meinen ehemaligen Praxisräumen und bin sporadisch im Coaching und der psychologischen Lebensberatung tätig.

In Sachen Bücher noch einiges in der Schublade

Und da ich einen Blog auf Facebook betreibe, habe ich auch regelmäßig was zu schreiben. Mein schriftstellerischer Plan ist, zu gegebener Zeit einen Ratgeber über Selbstheilungskräfte zu veröffentlichen und dann habe ich noch ein komplett fertiges Skript mit Aphorismen und Dichtungen. Da liegt also noch so Einiges in der Schublade.    

FB: Das Kreative liegt Dir ja sowieso im Blut – immerhin hast Du in New York die Schauspielschule besucht. Wann hast Du dieses Gebiet für Dich entdeckt und welche Projekte folgten im Anschluss an diese Zeit?  

A: Der Hauptgrund für meinen Patchwork-Lebenslauf ist, dass ich nach der Schule nicht das gemacht habe, was ich eigentlich tun wollte, nämlich Schauspieler werden. Das war in meinem Elternhaus ein inakzeptabler Wunsch, der mir auch erfolgreich ausgeredet wurde. Somit bin ich zunächst in die Fußstapfen meines Vaters getreten und habe BWL studiert und eine kaufmännische Ausbildung im internationalen Geschäft abgeschlossen, mit anschließender Karriere im internationalen Handel. Der Wunsch aber, auf eine Schauspielschule zu gehen, ließ mich nicht in Ruhe. Somit hatte ich mich mit Anfang 30 dazu entschlossen, das nachzuholen, was auch die richtige Entscheidung gewesen war. Meine Zeit auf dem berühmten Lee Strasberg Institut war eine wunderbare Zeit. Und nebenbei hatte ich dort meine Leidenschaft zu schreiben wiederentdeckt.

Patchwork-Lebensläufe lassen Flexibilität zu

Danach war ich als freischaffender Künstler tätig, sowohl vor und hinter der Kamera als auch auf und hinter der Bühne. Da sich aber ein durchschlagender Erfolg nicht einstellen wollte, habe ich nach insgesamt sechs Jahren hundertprozentigem Künstlerdasein die entsprechende Entscheidung getroffen. Das ist halt der Vorteil eines Patchwork-Lebenslaufes: Funktioniert das eine nicht, dann machst du halt das andere.    

FB: Die Zusammenarbeit mit anderen Kreativen ist für Dich Alltag. So ist auch die Illustratorin des Covers Deines aktuellen Buches keine Unbekannte.

A: Ja, das ist richtig. Die Illustration meines Buchcovers wurde von Petra Eimer übernommen, eine brillante Malerin und erfolgreiche Kinderbuchillustratorin.    

FB: Im Kulturkaufhaus DUSSMANN in Berlin läuft Dein Werk unter „regional“, weil die Handlung in der Hauptstadt Deutschlands spielt. Eine Hommage an Deine Wahlheimat? 

A: Ich bin Wahlberliner. Meine Heimat ist und bleibt Dortmund im wunderschönen Ruhrgebiet. Berlin ist eine faszinierende Stadt mit Vor- und Nachteilen. Das Buch ist aber keine Hommage auf Berlin, die Geschichte könnte auch in jeder anderen Region spielen. Da ich aber nun einmal in Berlin lebe, habe ich mich für Berlin und Brandenburg als regionalen Kontext entschieden. Das war auch aus Recherchegründen die richtige Entscheidung.  

Künstlerisch noch keine konkreten Pläne

FB: Wie geht es weiter mit Deinem künstlerischem Schaffen? Gibt es Pläne oder bereits konkrete Projekte?

A: 2019 stand unter dem Vorzeichen des künstlerischen Schaffens beziehungsweise der Veröffentlichung von „Traumgleiter“. Darüber hinaus habe ich noch eine Qualifizierungsmaßnahme als „Systemischer Trainer“ abgeschlossen. Aktuell befinde ich mich in der Bewerbungsphase für eine Festanstellung im Vertrieb und in Gesprächen mit verschiedenen Firmen. Künstlerisch gibt es momentan keine konkreten Pläne. Aber, wie gesagt, es befindet sich so Einiges in der Schublade, das sich zu gegebener Zeit sicherlich entfalten wird.

Das Buch „Traumgleiter“ ist unter anderem hier zu erwerben:

    
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Bildnachweis: Christian Fülling

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